* Gefällt Dir diese Homepage oder meinst Du es besser zu können? Erstelle deine eigene kostenlose Homepage jetzt! *

Sehen Sie hier eine Galerie zum Abriss des Hansabunkers, und lesen Sie den 

Bericht über den Besuch bei einer Anliegerin im „Ottoviertel"


Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit „bunkerabriss@web.de" hatte 
sich eine Bewohnerin des Ottoviertels gemeldet, die als unmittelbare 
Nachbarin des Ottobunkers die Leiden des Abrisses bisher ertragen musste und vermutlich
 auch noch weiterhin ertragen muss.

Die Stunde auf dem Stuhl bei der Anliegerin hat mich an ein Erdbeben in den 
USA erinnert. Ich habe mich am Stuhl festgehalten, in der Befürchtung, durch
 die starken Erschütterungen könnte etwas passieren!

Das, was ich zu dieser Zeit an der Abrissstelle erlebt habe, übersteigt alle meine Erwartungen und Vorstellungen, die mir bei einem solchen Verfahren bisher möglich erschienen!
 Ich erlebte den Versuch des Abrisses der Süd - Ost Spitze des Ottobunkers, mit ohrenbe
täubendem Lärm und Staubverbreitung in nicht endenen Wiederholungen. 
In diesen zwei Stunden Anschauungsunterricht habe ich einen Druck erlebt, den ich keinem unserer Nachbarn in Zukunft wünschen würde.

Ich bitte alle Nachbarn, wenn es noch geht, diese letzten Tage des Abrisses Ottobunker 
selbst zu erleben. Ein Besuch wird den Besucher erschrecken und verändern, aber auch
 Forderungen und Veränderungen von der Stadt verlangen, die alle Möglichkeiten der
 heutigen Technik einschließt, notfalls aber auch das ganze Projekt verwerfen!

Der
erste Versuch des Abrisses „Ottobunker ist gescheitert. Die Firma hat  aufgegeben!
Die jetzige Firma hat zunächst den Versuch gestartet, mit Bohrunger die Vorbereitung 
für Sprengungen zu schaffen. Vermutlich durch        erhöhten Zeitaufwand, Bodenerschütterungen und Umweltbelas
tungen scheiterte auch dieser Versuch und wurde abgebrochen.

Es folgte ein weiterer Versuch mit einer Sägetechnik. Durch nachlaufenden Mörtel
 und Staub und Verkanntung war auch mit dieser Methode ein befriedigendes Ergeb
nis nicht zu erreichen! Nach langen Verzögerungen blieb nur das Thema „Gewalt", um zu einem Schluss zu
kommen.

Zurzeit läuft ein gigantischer Bagger mit spitzem Schlagwerk und ununterbrochenen 
Pressluftschlägen gegen die Betonwände, um auf Dauer Risse und Löcher zu erzeugen
 und endlich den Beton vom Eisen zu lösen. Eine reine Fleißarbeit, unkalkulierbar!
 Inzwischen hat man diese Maschinenstunden auf 2 Stunden vormittags und 2 Stunden
nachmittags begrenzt. Ein weit größeres Gerät war schon angedacht, konnte wegen der Außenmaße das
Grundstück aber nicht erreichen.

Folgende Punkte erscheinen mir für unser weiteres Vorgehen wichtig zu sein.


Es liegt zwar eine Abrissgenehmigung Ottostraße vor, die vielen Vorgaben wurden 
aber nur unvollständig oder gar nicht kontrolliert.
Kurzfristige telefonische Anrufe und Beschwerden bei der Stadtverwaltung fanden
 nur selten den zuständigen Sachbearbeiter.
Das Bauordnungsamt war bei Anfragen überfordert, schickte nur selten einen Außen-
Dienstmitarbeiter, eine Verbesserung der Situation war auch nach einem Gespräch
nicht gegeben. Ganz besonders wurden die Betreuungsmaßnahmen der Stadt insbesondere im
 Hinblick auf die Einschränkungen und Belastungen der Anlieger bemängelt

Vorsorgemaßnahmen lt. Abrissgenehmigung müssen vor Beginn der Maßnahmen
 angegangen und abgenommen werden.

Vorsichtsmaßnahmen wurden nur unvollständig eingehalten, trotz stärkster Abbruch-
Methoden lief der Auto- und Fahrradverkehr ca. 3 Meter an der Abbruchstelle vorbei; teilweise geschützt nur mit einer Plane!

Die Sprengungen und der Lärm müssen regelmäßig eingeplant und kontrolliert
 werden.

Das Umweltamt hat den Lärm und die Erschütterungen gemessen. Die Werte sollen 
weit überhöht gewesen sein.
Ein Beweisgutachter soll installiert sein, er hat nur einmal das Haus betreten, sich 
dürftig umgesehen und alle Beanstandungen bagatellisiert.
Es sind neue Meißel zum Einsatz gekommen. Hierdurch konnte eine Verringerung der 
Stoßzeiten erreicht werden
Die ca. 5 Sprengungen meistens in der Mittagszeit erzeugten erhebliche Erschütterungen im Bodenbereich mit Ausstrahlung auf die ganzen Wohnungen. Wegen der Staubkonzentration kam es zu Ausfällen der Gasthermen. Es wurden
 häufiger auch Atem- und Bronchialerkrankungen festgestellt, die sich nach einem
Urlaub aber wieder verbesserten.

Aus den Erfahrungen des Ottoviertels kann eindeutig gefolgert werden, dass
 der Trinitatiskindergarten-und -Spielplatz am Schützenhofbunker während einer
möglichen Abrissdauer nicht benutzt werden kann.


In dem Keller der Anliegerin ist eine Sammlung leerer Weinflaschen vom Regal
 gefallen und zerstört worden.
Der Hund im Hause bellt fast den ganzen Tag
Die Kinder im Hause bleiben für die Hausaufgaben in der Ganztagesbetreuung.
Der Lärmschall des Abbruchs erreicht durch die vorbeiführende Straße in unge
minderter Stärke die Wolbecker-Str.
Bei vermieteten Objekten sind Mietminderungen rechtens und auch zu 
erwarten. Ausfälle müssten dann eingeklagt werden!
Es wird dringend geraten, einen Anwalt einzuschalten, mit Erfahrungen in 
„Verwaltung", ohne geht es nicht!

30.03.2012    Egon Kuhl