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Winfried Welter                                                                                                                                                 Egon Kuhl

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48151 Münster                                                                                                                                                                         48151 Münster

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Münster, 22.05.12

Fraktionen im Rat der Stadt Münster

Einzelschreiben an CDU, SPD, GAL, FDP, Die Linke, Piratenpartei, UWG/ÖDP


Sehr geehrter Herr …. , sehr geehrte Damen und Herren,


die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat ein Verfahren zum Verkauf des „Schützenhofbunkers“ eingeleitet. Nach Presseinformationen sollen die Verträge mit einem Erwerber in den nächsten Wochen geschlossen werden.

Wir, Bürgerinnen und Bürger im Geistviertel, leben seit vielen Jahren mit dem Bunker, mit seinen verschiedenen Nutzungen und den Unannehmlichkeiten, die diese Nutzungen mit sich bringen. Dennoch sind wir einhellig der Meinung, dass der Bunker erhalten werden soll.

In einer Informationsveranstaltung am 09. Mai 2012, an der über 50 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben, wurden dafür unterschiedliche Gründe genannt:

  • Vielen, vor allem den Älteren, ist der Bunker eine bleibende Erinnerung an schreckliche Kinder- und Jugendtage.

  • Für viele ist er ein Mahnmal gegen den Wahnsinn des 2. Weltkrieges für die lebenden und zukünftigen Generationen. Es sind daher Anträge gestellt, den Schützenhofbunker in die Denkmalliste aufzunehmen, da er vielen Menschen das Leben gerettet hat und somit bedeutend für die Geschichte des Menschen und der Stadt Münster ist.

  • Viele wünschen sich eine dem Gebäude und seiner Bauweise adäquate Nutzung (z.B. als Proberäume für Musikbands, als Archiv o.ä.).

  • Für viele ist die Vorstellung, über einen längeren Zeitraum mit einem völlig misslungenen Abbruch wie beim Hansabunker leben zu sollen, einfach eine Horrovorstellung.

Die bei der Info-Veranstaltung Versammelten fordern Sie als gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft daher einmütig auf, die städtischen Einflussmöglichkeiten für den Erhalt des Bunkers zu nutzen. Hierzu gehört möglicherweise

  • die städtische Unterstützung für einen Käufer, der auf eine Erhaltung als Denkmal, und auf eine Nutzung des vorhandenen Gebäudes setzt,

  • aber auch die Prüfung des Vorkaufsrechts: Wenn -wie von der Stadt mehrfach betont wurde- z.B. der Bedarf an Proberäumen für Musikbands groß ist, wenn Flächen für Kindertagesstätten und andere öffentliche Einrichtungen fehlen, dann könnte dies die Ausübung des Vorkaufsrechts rechtfertigen.

Gleichzeitig waren sich die bei der Info-Veranstaltung Versammelten aber darüber klar, dass solche Bemühungen auch scheitern können. In diesem Fall wird es zu einem Abbruch des Bunkers und einer Neubebauung des Grundstücks kommen. Auch hier sehen wir Sie als gewählte Vertreter der Bürgerschaft in der Pflicht:

Bitte sorgen Sie dafür, dass die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner des Geistviertels in einem solchen Prozess einen höheren Stellenwert haben als die eines zukünftigen Bauherrn!

Dies setzt unseres Erachtens voraus, dass

  • das Bauordnungsamt sich bei der Erteilung einer Abbruchgenehmigung nicht „neutral“ verhält, sondern unsere Interessen -und das sind in diesem Fall öffentliche Interessen- durchsetzt,

  • der Rat die Aufstellung eines Bebauungsplans vorbereitet, der allein geeignet ist, die durchaus heterogene Struktur der Umgebungsbebauung aufzugreifen und „Bezugspunkte“ an der Hammer Straße, wie ZEB-Tower oder Sparkassen-Hochhaus, zu verhindern. Insbesondere sichert aber ein Bebauungsplan, dass eventuell unterschiedliche Interessen in einem öffentlich nachvollziehbaren Verfahren thematisiert und entschieden werden können.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir rechnen fest mit Ihrer Unterstützung und würden uns über ein Gesprächangebot Ihrerseits freuen.


Mit freundlichen Grüßen

Winfried Welter                                    Egon Kuhl