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Aktuelles zum Abbruch des Hansabunkers in der Ottostraße

Stand: Juli 2013


Nach einer ersten Kontaktaufnahme auf einen Anruf von einer Anwohnerin aus der Ottostraße im Februar 2012 entschied sich der Vorstand der BI Schützenhofbunker im Juli 2013, einen weiteren Besuch vorzubereiten, und nach den Erfahrungen der letzten ca. 18 Monate Bunkerabriss und Neubebauung zu fragen. Geleitet waren wir von dem Wunsch, Schwierigkeiten beim Abriss und der Neubebauung in unsere Überlegungen einbeziehen zu können; aber auch Veränderungen im Tagesablauf der Menschen zu erfragen.


Welche Probleme aus Sicht der Anwohner sind aufgetreten? Hat es nachweisliche Sachschäden gegeben? Welche und wie viele? Wie ist der Bauträger damit umgegangen? Sind Schäden reguliert worden? Zufriedenstellend? Viele Fragen und Unsicherheiten, die aber leider vor Ort nicht alle zu beantworten waren!


Höhepunkt der Probleme war der fehlgeschlagene Abriss mit Maschinen, die dieser Aufgabe nicht gewachsen waren! Die Bohrungen mussten aufgegeben werden, die Bagger waren unzureichend und zu schwach für diese Aufgaben. Die angeforderten „Greifzangen" mussten wegen der Größe zunächst in drei Teile zerlegt werden, um sie dann vor Ort auf der Baustelle wieder zusammen zu führen, um mit letzter Gewalt die Aufgaben doch noch erledigen zu können!

Die Rückwand eines 3-Familienhauses war mit der Betonwand des Bunkers fest verbunden! Die Trennung konnte nur teilweise erfolgen. Im Erdbereich gab es Stabilitätsprobleme.


Es sind Risse im Nachbar-Dachstuhl und -Mauerwerk festgestellt worden, die nur schwer zugeordnet werden können. Es läuft ein Verfahren!

Nach dem Abriss begann der Neubau. Nach Auskunft sollen 17 Komfort-Wohnungen mit großem Zuschnitt erstellt worden sein. Alle Wohnungen sind bereits veräußert, die Erwerber erwarten den Einzug. Es bestätigte sich der äußere Eindruck. Die Rohbauarbeiten scheinen so gut wie abgeschlossen zu sein. Sichtbar ist derzeit eine große Konzentration bei den Innenarbeiten und Einzelmaßnahmen an der Außenverkleidung. Verkehrsprobleme soll es nicht geben, die bisherigen Regelungen sollen erhalten werden, die Tiefgarage ist sichtbar und kurzfristig zu belegen. Die Betondecken der Garagen im Innenhof der Anlage sollen begrünt werden und den angrenzenden Wohnungen als Garten zur Verfügung stehen.

Nach jetzt gut eineinhalb Jahren hat sich einiges verändert, ein Teil ist Vergangenheit, alte Bausünden wurden offen gelegt, neue Probleme sind entstanden, es gibt Einsprüche, Gutachten, Anwälte und Verfahren. Abgeschlossen ist noch gar nichts! Ruhe ist bisher nicht eingetreten!

Da stellt sich dann die generelle Frage: Gibt es bei derartigen Aktivitäten und Großprojekten Situationen, die eine Überforderung darstellen und das gesamte Projekt infrage stellen können?

Es besteht die einhellige Meinung, Ja, solche Situationen gibt es!

Dieser Abriss hätte in dieser Form nicht genehmigt und eine Baugenehmigung nicht erteilt werden dürfen!

Hier sind Grenzen überschritten worden, die mit der heutigen Technik nicht zu bewältigen und für die Menschen und die Umwelt nicht vertretbar sind!


Aber das sind nur die technischen Probleme; Sachbeschädigungen die man eventuell mit Geld wieder gut machen kann.

Was aber ist mit den Menschen, die das alles aushalten mussten und müssen? Was ist mit ihrer Gesundheit?

Viele Familien leiden heute noch unter den Folgen! Die älteren Menschen schrecken bei jedem kleineren Geräusch zusammen! Drei Kinder unserer Kontaktfamilie haben plötzlich Asthma. Die Eltern glauben: Das kann nur von den gewaltigen Staubmassen der Abrissarbeiten kommen! Einem Sohn wurden 2 Tumore am Bein entfernt! Ursachen unbekannt! Die älteste Tochter hat aus Konzentrationsschwäche die Abiturprüfungen abgebrochen und ein ganzes Jahr verloren.


Das sind offenkundige oder zumindest naheliegende Folgen der genehmigten Maßnahmen, die in keinem Regelwerk für die Genehmigung stehen und an die auch kein Sachbearbeiter denkt.


Der Vorstand der Bürgerinitiative Schützenhofbunker hat sich fest vorgenommen: Sollte es bei uns noch einmal einen Versuch zum Abriss des Bunkers geben, werden wir –wie beim ersten Mal- alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten nutzen, um den Abbruch zu verhindern. Wir werden den Entscheidungsträgern in der Verwaltung und der Politik die Leiden der Menschen im Hansaviertel deutlich schildern und fragen: „Wollen Sie das in Kauf nehmen?“


Egon Kuhl

Münster, 31.07.2013